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66. Lesen Sie das und übersetzen Sie – Satz für Satz – ins Russische:

WIE FEIERT MAN DAS NEUJAHR?

Die Schotten versammeln sich bei Freunden. Um elf Uhr gehen sie auf den Stadtplatz. Um zwölf Uhr singen sie ein altes Lied und tanzen hier auf dem Stadtplatz.

Die Japaner feiern das Neujahr am Morgen. Sie gehen auf die Straße zum Sonnenaufgang. Dann machen sie einander Geschenke. In der Hand haben die Menschen Kiefern- und Pflaumenzweige. Das bedeutet: sie wollen so schnell wachsen wie die Pflaume und so stark sein wie die Kiefer.

In Indien begießt man am Neujahr einander mit Wasser. Und auf den Straßen fließt viel Wasser.

In Guinea führt man am ersten Tage des neuen Jahres Elefanten durch die Straßen. Die Guineer meinen: die Elefanten sind gute Tiere, darum tanzen und singen sie um die Elefanten herum.

In Vietnam feiert man das Neujahr im Frühling. In jedem Haus stehen Pfirsichblüten in Vasen. Nachts macht man auf der Straße Feuer. Der Neujahrsbaum ist in Vietnam der Mandarinenbaum.

Im Iran macht man auch Feuer auf den Straßen. Die Menschen springen über das Feuer. Das bedeutet: sie wollen so schön sein wie das Feuer.

Die Österreicher feiern das Neujahr am 31. Dezember um zwölf Uhr. Es ist ein lustiges Fest. Man spielt, tanzt und singt. Man ißt an diesem Tage immer Schweinefleisch. Der Wiener Münzhof prägt seit 1936 eine Medaille zum Neujahr. Auf dieser Medaille sieht man ein kleines Kind – das ist das Neujahr. Das Kind sitzt auf einem Schwein. Die Österreicher meinen: das Schwein bringt Glück. Sie meinen: Glück bringt auch der Schornsteinfeger. Darum wollen alle am l. Januar einen Schornsteinfeger sehen. Auf den österreichischen Neujahrskarten sieht man oft Schornsteinfeger.

In der BRD schmückt man auch einen Tannenbaum. Vor dem Fest gibt es in jeder Stadt einen lustigen Markt. Dort steht eine große Tanne, die mit vielen bunten Lämpchen geschmückt ist. Neben der Tanne steht ein alter Mann in weißem Pelzmantel, der dem russischen Väterchen Frost ähnlich ist. In allen Familien feiert man dieses Winterfest, die Frauen backen viele gute Sachen. Unter dem Tannenbaum oder auf einem Tisch liegen Geschenke für groß und klein.

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Vokabeln

der Kiefernzweig – ветка сосны begießen – поливать, обливать

Der Wiener Münzhof prägt – Венский монетный двор чеканит der Schornsteinfeger – трубочист

der Markt – базар der Pelzmantel – шуба

DER RATGEBER

In einem Lande lebte ein König. Der König hatte einen guten Ratgeber. Eines Tages fragte der König seinen Ratgeber: «Ich will morgen zur Jagd fahren. Wie ist das Wetter?» Der Ratgeber sagte: «Das Wetter ist gut. Du kannst zur Jagd fahren.»

Und der König fuhr zur Jagd. Unterwegs traf er einen Bauern. Der Bauer ritt auf einem Esel. Er sah den König und sagte: «Warum fährst du zur Jagd? Es regnet bald.»

Der König antwortete: «Nein, heute regnet es nicht. Mein Ratgeber hat mir gesagt, daß heute gutes Wetter ist.»

Mit diesen Worten ritt er weiter. Aber bald begann es zu regnen. Es regnete immer stärker und stärker, der Wind wehte kalt. Ein Sturm begann.

Der König mußte zuruckkehren. Er traf den Bauern auf dem Esel und fragte ihn: «Wer hat dir gesagt, daß es heute regnen wird?»

Der Bauer antwortete: «Das hat mir mein Esel gesagt. Vor dem Regen hebt er immer seine Ohren.» Da nahm der König den Esel

zum Ratgeber.

Seit dieser Zeit wollen alle Esel

Ratgeber sein.

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DIE BRÜDER GRIMM

Der Name der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm ist in allen Ländern der Erde bekannt durch ihre

Sammlung der Kinderund Hausmärchen. Seit 150 Jahren wandern diese Märchen durch die Welt, von Land zu Land, von Generation zu Generation, als Urformen der Poesie, als erste freudige Beglückung der Kinder und lebenslänglich gehüteter Besitz der Erwachsenen. Die uns überkommene Sammlung enthält 200 Märchen aus den verschiedensten Landschaften

Deutschlands, vornehmlich jedoch aus Hessen und Westfalen. Was die Brüder in jugendlicher Begeisterung gewünscht und gehofft hatten – sie waren bei Beginn ihrer Sammeltätigkeit 21 und 20 Jahre alt! –, das ist in ungeahnter Fülle zur Wirklichkeit geworden.

Das kostbare Gut der Volkspoesie, das ihnen als unverfälschtes Zeugnis ältester Dichtkunst erschien, wollten sie vor dem Untergang retten. Es ist durch sie, die Brüder Grimm, nicht nur lebendig und wirksam geblieben, sondern hat daneben auf die Dichtung befruchtend gewirkt (im sogenannten Kunstmärchen), auch auf die Kunst (im besonderen in der Illustration), und schließlich hat ein neuer Zweig der Wissenschaft, die internationale Erzählforschung, die weitere Sammlung und Erforschung des Märchengutes aller Völker – im Gefolge der Brüder Grimm – übernommen.

Man liest die Grimmschen Märchen in Island wie in Griechenland, in Frankreich wie in Polen, in Chile und Brasilien wie in Indien, Thailand, China, Japan und Korea, auf dem Gebiet des Russland, in Bessarabien wie in der Mongolei.

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DER GESCHEITE HANS

Hansens Mutter fragt: „Wohin, Hans?“ Hans antwortet: „Zur Gretel, Mutter.“ „Mach’s gut, Hans.“

„Schon gut machen. Adies, Mutter.“ „Adies, Hans.“

Hans kommt zur Gretel. „Guten Tag, Gretel.“ „Guten Tag, Hans. Was bringst du Gutes?“

„Bring nichts, gegeben han.“ Gretel schenkt dem Hans eine Nadel. Hans spricht: „Adies, Gretel.“

„Adies, Hans.“

Hans nimmt die Nadel, steckt sie in einen Heuwagen und geht hinter dem Wagen her nach Haus.

„Guten Abend, Mutter.“

„Guten Abend, Hans. Wo bist du gewesen?“ „Bei der Gretel gewesen.“

„Was hast du ihr gebracht?“ „Nichts gebracht, gegeben hat.“ „Was hat dir Gretel gegeben?“ „Nadel gegeben.“

„Wo hast du die Nadel, Hans?“ „In Heuwagen gesteckt.“

„Das hast du dumm gemacht, Hans, musstest die Nadel an den Ärmel stecken.“

Tut nichts, besser machen.“

„Wohin, Hans?“ „Zur Gretel, Mutter.“ „Mach’s gut, Hans.“

„Schon gut machen. Adies, Mutter.“

„Adies, Hans.“ Hans kommt zur Gretel. „Guten Tag, Gretel.“ „Guten Tag, Hans. Was bringst du Gutes?“

„Bring nichts, gegeben han.“ Gretel schenkt dem Hans ein Messer. „Adies, Gretel.“

„Adies, Hans.“

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Hans nimmt das Messer, steckt’s an den Ärmel und geht nach Haus. „Guten Abend, Mutter.“

„Guten Abend, Hans. Wo bist du gewesen?“ „Bei der Gretel gewesen.“

„Was hast du ihr gebracht?“ „Nichts gebracht, gegeben hat.“ „Was hat dir Gretel gegeben?“ „Messer gegeben.“

„Wo hast du das Messer, Hans?“ „An den Ärmel gesteckt.“

„Das hast du dumm gemacht, Hans, musstest das Messer in die Tasche stecken.“

„Tut nichts, besser machen.“

„Wohin, Hans?“ „Zur Gretel, Mutter.“ „Mach’s gut, Hans.“

„Schon gut machen. Adies, Mutter.“ „Adies, Hans.“

Hans kommt zur Gretel. „Guten Tag, Gretel.“ „Guten Tag, Hans. Was bringst du Gutes?“

„Bring nichts, gegeben han.“ Gretel schenkt dem Hans eine junge Ziege. „Adies, Gretel.“

„Adies, Hans.“

Hans nimmt die Ziege, bindet ihr die Beine und steckt sie in die Tasche. Wie er nach Haus kommt, ist sie erstickt.

„Guten Abend, Mutter.“

„Guten Abend, Hans. Wo bist du gewesen?“ „Bei der Gretel gewesen.“

„Was hast du ihr gebracht?“ „Nichts gebracht, gegeben hat.“ „Was hat dir Gretel gegeben?“ „Ziege gegeben.“

„Wo hast du die Ziege, Hans?“ „In die Tasche gesteckt.“

„Das hast du dumm gemacht, Hans, musstest die Ziege an ein Seil binden.“

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