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302 Anwendungsbeispiele

Beachten!

Bei der Auswahl einer geeigneten SCADA Software ist unbedingt darauf zu achten, dass ein MODBUS Gerätetreiber zur Verfü gung steht und die im Koppler/-Controller realisierten MODBUS/TCP-Funktionen unterstü tzt werden.

Visualisierungsprogramme mit MODBUS Gerätetreiber werden u. a. von den Firmen Wonderware, National Instruments, Think&Do oder KEPware Inc. angeboten und sind teilweise auch als Demoversion im Internet frei erhältlich.

Die Bedienung dieser Programme ist sehr speziell.

Dennoch sind im Folgenden einige wesentliche Schritte aufgefü hrt, die veranschaulichen sollen, wie eine Applikation mit einem WAGO ETHERNET Feldbusknoten und einer SCADA Software prinzipiell entwickelt werden kann.

Voraussetzung ist zunächst das Laden des MODBUS Treibers und die Wahl von MODBUS ETHERNET.

Danach wird der Anwender aufgefordert, die IP-Adresse zur Adressierung des Feldbusknoten einzugeben.

Einige Programme erlauben bei diesem Schritt auch, dem Knoten einen Aliasnamen zu vergeben, z. B. den Knoten "Messdaten" zu nennen. Die Adressierung kann dann ü ber diesen Namen erfolgen.

Anschließend kann ein grafisches Objekt kreiert werden, wie beispielsweise ein Schalter (digital) oder ein Potentiometer (analog).

Dieses Objekt wird auf der Benutzeroberfläche dargestellt und muss nun vom Anwender mit dem gewü nschten Datenpunkt an dem Knoten verknü pft werden.

Die Verknü pfung erfolgt durch die Eingabe der Knotenadresse (IP-Adresse oder Aliasnamen), des gewü nschten MODBUS Funktionscodes (Register/Bit lesen/schreiben) und der MODBUS-Adresse des gewählten Kanals.

Die Eingabe erfolgt selbstverständlich wieder programmspezifisch.

Je nach Anwendersoftware kann dabei die MODBUS-Adressierung eines Busklemmen-Kanals vielleicht mit 3 oder aber, wie in den folgenden Beispielen, mit 5 Stellen dargestellt werden.

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Anwendungsbeispiele • 303

Beispiel fü r MODBUS-Funktionscode

Beispielsweise werden die MODBUS-Funktionscodes bei der SCADA Software Lookout von National Instruments mit einer 6 Bit-Codierung verwendet. Dabei repräsentiert das erste Bit den Functionscode:

Eingabe-Code:

MODBUS-Funktionscode

 

0

FC1 ¬ read coils

Lesen mehrerer Eingangs-Bits

 

 

 

1

FC2 ¬ read input discretes

Lesen mehrerer Eingangs-Bits

 

 

 

3

FC3 ¬ read multiple registers

Lesen von mehreren Eingangs-Registern

 

 

 

4

FC4 ¬ read input registers

Lesen eines einzelnen Eingangs-Registers

 

 

 

Die folgenden fü nf Stellen geben die Kanalnummer der durchnumerierten digitalen oder analogen Eingangsbzw. Ausgangskanäle an.

Beispiele:

 

-

Lese den ersten digitalen Eingang:

z B. 0 0000 1

-

Lese den zweiten analogen Eingang:

z B. 3 0000 2

Anwendungsbeispiel:

Mit der Eingabe: "Messdaten . 0 0000 2" kann somit der digitale Eingangskanal 2 des o. g. Knoten "Messdaten" ausgelesen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 7-1: Beispiel fü r eine Anwender Software

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Weitere Informationen

i Eine detaillierte Beschreibung der jeweiligen Softwarebedienung entnehmen Sie bitte dem Handbuch, das dem entsprechenden SCADA Produkt beiliegt.

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304 Einsatz in explosionsgefä hrdeten Bereichen

8 Einsatz in explosionsgefä hrdeten Bereichen

8.1Vorwort

Die heutige Entwicklung zeigt, dass in vielen Betrieben der chemischen oder petrochemischen Industrie, aber auch in Bereichen der Fertigungsund Prozessautomatisierung, Anlagen betrieben werden, in denen mit Stoffen gearbeitet wird, deren Gas-Luft-, Dampf-Luft- und Staub-Luft-Gemische explosionsfähig sein kö nnen. Aus diesem Grund darf durch die in diesen Anlagen eingesetzten elektrischen Betriebsmittel keine Gefahr ausgehen, die eine Explosion auslö sen kö nnte, die Personenund Sachschäden zur Folge hätte. Dies wird per Gesetz, Verordnung oder Vorschrift sowohl national als auch international geregelt. Das WAGO-I/O-SYSTEM 750 (elektrische Betriebsmittel) ist fü r den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen der Zone 2 ausgelegt. Nachfolgend sind grundlegende Begriffsdefinitionen des Explosionsschutzes aufgefü hrt.

8.2Schutzmaßnahmen

Prinzipiell werden zwei Maßnahmen zur Vermeidung von Explosionen unterschieden. Der primäre Explosionsschutz beschreibt die Verhinderung der Bildung einer gefährlichen explosionsfähigen Atmosphäre z. B. durch das Vermeiden von brennbaren Flü ssigkeiten, der Begrenzung auf nichtexplosionsfähigen Konzentrationen, Lü ftungsmaßnahmen, um nur einige Mö glichkeiten zu nennen. Obwohl im Rahmen des Explosionsschutzes die Mö glichkeiten des primären Explosionsschutzes ausgeschö pft werden sollen, gibt es eine Vielzahl von Anwendungen, bei denen primäre Schutzmaßnahmen nicht eingesetzt werden kö nnen. In diesen Fällen findet der sekundäre Explosionsschutz sein Einsatzgebiet, das im folgenden weiter beschrieben wird.

8.3Klassifikationen gemäß CENELEC und IEC

Die hier aufgefü hrten Spezifizierungen gelten fü r den Einsatz in Europa und basieren auf den Normen EN50... der CENELEC (European Committee for Electrotechnical Standardization). Diese spiegeln sich international in den Normen IEC 60079-... der IEC (International Electrotechnical Commission) wider.

8.3.1 Zoneneinteilung

Explosionsgefährdete Bereiche sind Zonen, in denen die Atmosphäre (bei potentieller Gefahr) explosionsfähig werden kann. Als explosionsfähig bezeichnet man ein spezielles Gemisch von zü ndbaren Stoffen in Form von Gasen, Dämpfen, Nebeln oder Stäuben mit Luft unter atmosphärischen Bedingungen, in welchem bei ü bermäßig hoher Temperatur, durch Lichtbogen oder Funken, eine Explosion hervorgerufen werden kann. Das unterschiedliche Vorhandensein einer gefährlichen explosionsfähigen Atmosphäre fü hrt zu einer Unterteilung des explosionsgefährdeten Bereichs in sogenannte Zonen. Diese Unterteilung nach Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Explosionsgefahr ist sowohl aus sicherheitstechnischen Grü nden als auch aus Wirtschaftslichkeitsgrü nden von großer Bedeutung, da die Anforderungen an elektrische Betriebsmittel, die ständig von gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre umgeben sind, viel hö - her sein mü ssen, als die Anforderungen an elektrische Betriebsmittel, die nur

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Einsatz in explosionsgefä hrdeten Bereichen • 305

äußerst selten und dann auch nur kurzzeitig von gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre umgeben sind.

Explosionsgefährdete Bereiche durch Gase, Dämpfe oder Nebel:

Zone 0 umfasst Bereiche, in denen gefährliche explosionsfähige Atmosphäre ständig oder langzeitig vorhanden ist (> 1000 h /Jahr).

Zone 1 umfasst Bereiche, in denen damit zu rechnen ist, dass gefährliche

explosionsfähige Atmosphäre gelegentlich auftritt (> 10 h ≤ 1000 h /Jahr).

Zone 2 umfasst Bereiche, in denen damit zu rechnen ist, dass gefährliche explosionsfähige Atmosphäre nur selten und dann nur kurzzeitig auftritt

(> 0 h ≤ 10 h /Jahr).

Explosionsgefährdete Bereiche durch Stäube:

Zone 20 umfasst Bereiche, in denen gefährliche explosionsfähige Atmosphäre ständig oder langzeitig vorhanden ist (> 1000 h /Jahr).

Zone 21 umfasst Bereiche, in denen damit zu rechnen ist, dass gefährliche

explosionsfähige Atmosphäre gelegentlich auftritt (> 10 h ≤ 1000 h /Jahr).

Zone 22 umfasst Bereiche, in denen damit zu rechnen ist, dass gefährliche explosionsfähige Atmosphäre nur selten und dann nur kurzzeitig auftritt

(> 0 h ≤ 10 h /Jahr).

8.3.2 Explosionsschutzgruppen

Ferner werden elektrische Betriebsmittel fü r explosionsgefährdete Bereiche in zwei Gruppen eingeordnet:

Gruppe I: Die Gruppe I enthält elektrische Betriebsmittel, die in schlagwettergefährdeten Grubenbauten eingesetzt werden dü rfen.

Gruppe II: Die Gruppe II enthält elektrische Betriebsmittel, die in allen anderen explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden dü r- fen. Da dieses breite Einsatzgebiet eine große Anzahl in Frage kommender brennbarer Gase bedingt, ergibt sich eine Unterteilung der Gruppe II in IIA, IIB und IIC.

Die Unterteilung trägt der Tatsache Rechnung, dass unterschiedliche Stoffe / Gase auch unterschiedliche Zü ndenergien als Kennwerte aufweisen. Aus diesem Grund werden den drei Untergruppen repräsentative Gase zugeordnet:

IIA – Propan

IIB – Ä thylen

IIC – Wasserstoff

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306 Einsatz in explosionsgefä hrdeten Bereichen

Mindestzü ndenergie repräsentativer Gase

Explosionsgruppe

I

IIA

IIB

IIC

 

 

 

 

 

Gas

Methan

Propan

Ä thylen

Wasserstoff

 

 

 

 

 

Zü ndenergie (µJ)

280

250

82

16

 

 

 

 

 

Da in chemischen Anlagen Wasserstoff häufig einen ständigen Begleiter darstellt, wird oft die sicherste Explosionsgruppe IIC eingefordert.

8.3.3 Gerä tekategorien

Des Weiteren werden die Einsatzbereiche (Zonen) und die Explosionsgruppen (Einsatzbedingungen) der einzusetzenden elektrischen Betriebsmittel in Kategorien unterteilt:

Geräte-

Explosi-

Einsatzbereich

kategorie

ons-

 

 

 

gruppe

 

 

 

M1

I

Schlagwetterschutz

 

 

 

M2

I

Schlagwetterschutz

 

 

 

1G

II

Zone 0 Explosionsgefährdung durch Gas, Dämpfe oder Nebel

 

 

 

2G

II

Zone 1 Explosionsgefährdung durch Gas, Dämpfe oder Nebel

 

 

 

3G

II

Zone 2 Explosionsgefährdung durch Gas, Dämpfe oder Nebel

 

 

 

1D

II

Zone 20 Explosionsgefährdung durch Staub

 

 

 

2D

II

Zone 21 Explosionsgefährdung durch Staub

 

 

 

3D

II

Zone 22 Explosionsgefährdung durch Staub

 

 

 

8.3.4 Temperaturklassen

Die maximalen Oberflächentemperaturen fü r elektrische Betriebsmittel der Explosionsschutzgruppe I liegen bei 150 °C (Gefahr durch Kohlenstaubablagerungen) bzw. bei 450 °C (ohne Gefahr durch Kohlenstaubablagerungen).

Fü r elektrische Betriebsmittel der Explosionsschutzgruppe II werden entsprechend der maximalen Oberflächentemperatur fü r alle Zü ndschutzarten die elektrischen Betriebsmittel in Temperaturklassen eingeteilt.

Bei Betrieb und Prü fung der elektrischen Betriebsmittel beziehen sich die Temperaturen auf eine Umgebungstemperatur von 40 °C. Dabei muss die niedrigste Zü ndtemperatur der vorliegenden explosionsfähigen Atmosphäre hö her sein, als die maximale Oberflächentemperatur.

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