Feldbus-Controller 750-842 • 57
3.2.4 Prozessabbild
Nach dem Einschalten erkennt der Controller alle im Knoten gesteckten Busklemmen, die Daten liefern bzw. erwarten (Datenbreite/Bitbreite > 0). Im Knoten kö nnen analoge und digitale Busklemmen gemischt angeordnet sein.
Beachten
Die Anzahl der Einund Ausgangsbits bzw. –bytes der einzelnen angeschalteten Busklemmen entnehmen Sie bitte den entsprechenden Beschreibungen der Busklemmen.
Aus der Datenbreite und dem Typ der Busklemme sowie der Position der Busklemmen im Knoten erstellt der Controller ein internes lokales Prozessabbild. Es ist in einen Eingangsund Ausgangsdatenbereich unterteilt.
Die Daten der digitalen Busklemmen sind bitorientiert, d. h. der Datenaustausch erfolgt bitweise. Die analogen Busklemmen stehen stellvertretend fü r alle Busklemmen, die byteorientiert sind, bei denen der Datenaustausch also byteweise erfolgt. Zu diesen Busklemmen gehö ren z. B. die Zählerklemmen, Busklemmen fü r Winkelund Wegmessung sowie die Kommunikationsklemmen.
Fü r das lokale Einund Ausgangsprozessabbild werden die Daten der Busklemmen in der Reihenfolge ihrer Position nach dem Controller in dem jeweiligen Prozessabbild abgelegt.
Dabei werden zuerst die byteorientierten und im Anschluss daran die bitorientierten Busklemmen in das Prozessabbild abgelegt. Die Bits der digitalen Klemmen werden zu Bytes zusammengefü gt. Ist die Anzahl der digitalen E/As größ er als 8 Bit, beginnt der Koppler automatisch ein weiteres Byte.
Beachten
Wenn ein Knoten geändert bzw. erweitert wird, kann sich daraus ein neuer Aufbau des Prozessabbildes ergeben. Damit ändern sich dann auch die Adressen der Prozessdaten. Bei einer Erweiterung sind die Prozessdaten aller vorherigen Klemmen zu berü cksichtigen.
Das Prozessabbild fü r die physikalischen Daten der Busklemmen ist identisch mit dem des WAGO ETHERNET TCP/IP Feldbus-Kopplers. Fü r die physikalischen Einund Ausgangsdaten steht in dem Controller jeweils ein Speicherbereich von 256 Worten (Wort 0 ... 255) zur Verfü gung.
Fü r die Abbildung der nach IEC 61131-3 definierten PFC-Variablen hat der Controller einen zusätzlichen Speicherbereich. In diesem erweiterten Speicherbereich (jeweils Wort 256 ... 511) werden die PFC-Variablen hinter das physikalische Prozessabbild gemappt.
Bei allen WAGO Feldbus-Controllern ist die Aufteilung der Speicherbereiche und der Zugriff der SPS-Funktionalität (CPU) auf die Prozessdaten gleich. Unabhängig von dem Feldbus-System erfolgt der Zugriff ü ber ein anwendungsbezogenes IEC 61131-3 Programm.
Der Zugriff von der Feldbusseite aus ist dagegen feldbusspezifisch.
Fü r den ETHERNET TCP/IP Feldbus-Controller kann ein MODBUS/TCPMaster ü ber implementierte MODBUS-Funktionen auf die Daten zugreifen. Hierbei werden dezimale, bzw. hexadezimale MODBUS-Adressen verwendet.
Modulares I/O-System
ETHERNET TCP/IP
58 • Feldbus-Controller 750-842
Beispiel fü r ein Ausgangsdaten Prozessabbild
3.2.4.1Beispiel fü r ein Eingangsdaten Prozessabbild
Im folgenden Bild wird ein Beispiel fü r ein Eingangsdatenprozessabbild dargestellt.
Die Konfiguration besteht aus 10 digitalen und 8 analogen Eingängen.
Das Eingangsprozessabbild hat damit eine Datenlänge von 8 Worten fü r die analogen Klemmen und 1 Wort fü r die digitalen, also insgesamt 9 Worte.
Ethernet
ON
LINK
TxD/RxD
ERROR
I/O
USR
SY STEM |
|
W AGO I/O |
750-842 |
DI DI AI AI DI AI DI DI AI
Eingangsklemmen 750400 400 467 467 400 467 400 400 467
Prozessabbild der Eingänge (Wort)
Bit 1 1 |
1 |
1 |
1 |
|
|
Word1 |
Word1 |
|
Word1 |
|
|
Word1 |
Bit 2 |
2 |
Word2 |
Word2 |
2 |
Word2 |
2 |
2 |
Word2 |
Adressen |
|
|
MODBUS PFC |
|
|
0x0000 |
%IW0 |
Word1 |
0x0001 |
%IW1 |
Word2 |
0x0002 %IW2 Word1
0x0003 %IW3 Word2
0x0004 %IW4 Word1
0x0005 %IW5 Word2
0x0006 %IW6 Word1
0x0007 %IW7 Word2
0x0008 %IW8
Highbyte Lowbyte
Prozessabbild der Eingänge (Bit)
Adressen
MODBUS PFC 0x0000 %IX8.0
0x0001 %IX8.1
0x0002 %IX8.2
0x0003 %IX8.3
0x0004 %IX8.4
0x0005 %IX8.5
0x0006 %IX8.6
0x0007 %IX8.7
0x0008 %IX8.8
0x0009 %IX8.9
DI: Digitale Eingangsklemme
AI: Analoge Eingangsklemme
Abb. 3-22: Beispiel Prozessabbild Eingangsdaten |
G012924d |
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ETHERNET TCP/IP
Feldbus-Controller 750-842 • 59
Beispiel fü r ein Eingangsdaten Prozessabbild
3.2.4.2Beispiel fü r ein Ausgangsdaten Prozessabbild
Als Beispiel fü r das Ausgangsdaten Prozessabbild besteht die folgende Konfiguration aus 2 digitalen und 4 analogen Ausgängen.
Das Ausgangsdaten Prozessabbild besteht aus 4 Worten fü r die analogen und einem Wort fü r die digitalen Ausgänge, also insgesamt aus 5 Worten.
Zusätzlich kö nnen die Ausgangsdaten mit einem auf die MODBUS-Adresse aufaddierten Offset von 200hex (0x0200) zurü ckgelesen werden.
Ethernet
ON
LINK
TxD/RxD
ERROR
I/O
USR
SY STEM |
|
W AGO I/O |
750-842 |
DO AO AO
|
Ausgangsklemmen |
750 - 501 |
550 |
550 |
|||
|
|
|
|
|
Bit 1 |
|
|
|
|
|
|
|
|
Word1 |
Word1 |
Prozessabbild der Ausgänge |
Bit 2 |
Word2 |
Word2 |
||||
|
|
|
|||||
|
|
(Word) |
|
|
|
|
|
Adressen |
|
|
|
|
|
|
|
MODBUS |
PFC |
|
|
|
|
|
|
0x0000 / 0x0200 %QW0 |
Word1 |
|
|
|
|
||
0x0001 / 0x0201 %QW1 |
Word2 |
|
|
|
|
||
0x0002 / 0x0202 %QW2 |
Word1 |
|
|
|
|
||
0x0003 / 0x0203 %QW3 |
|
|
|
|
|||
Word2 |
|
|
|
|
|||
|
|
|
|
|
|
|
|
0x0004 / 0x0204 %QW4 |
|
|
|
|
|
||
|
|
Highbyte |
Lowbyte |
|
|
|
|
Prozessabbild der Eingänge |
|
|
|
|
|||
|
|
(Word) |
|
|
|
|
|
Adressen |
|
|
|
|
|
|
|
MODBUS |
PFC |
|
|
|
|
|
|
0x0200 %QW0 |
|
Word1 |
|
|
|
|
|
|
Word2 |
|
|
|
|
||
0x0201 %QW1 |
|
|
|
|
|
||
|
|
|
|
|
|
||
0x0202 %QW2 |
|
Word1 |
|
|
|
|
|
0x0203 %QW3 |
|
Word2 |
|
|
|
|
|
0x0204 %QW4 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Highbyte |
Lowbyte |
|
|
|
|
Prozessabbild der Ausgänge |
|
|
|
||||
|
|
(Bit) |
|
|
|
|
|
|
Adressen |
|
|
|
|
|
|
MODBUS |
PFC |
|
|
|
|
|
|
0x0000 / 0x0200 %QX4.0 |
|
|
|
|
|
||
0x0001 / 0x0201 %QX4.1 |
|
|
|
|
|
||
Prozessabbild der Eingänge |
|
|
|
|
|||
|
|
(Bit) |
|
|
|
|
|
|
Adressen |
|
|
|
|
|
|
MODBUS |
PFC |
|
|
|
|
|
|
0x0200 %QX4.0 |
|
|
|
|
|
||
0x0201 %QX4.1 |
|
|
|
|
|
||
DO: Digitale Ausgangsklemme
AO: Analoge Ausgangsklemme
Abb. 3-23: Beispiel Prozessabbild Ausgangsdaten |
G012925d |
Modulares I/O-System
ETHERNET TCP/IP
60 • Feldbus-Controller 750-842
Aufbau der Prozessdaten fü r MODBUS/TCP
3.2.4.3Aufbau der Prozessdaten fü r MODBUS/TCP
Der Aufbau der Prozessdaten ist bei einigen Busklemmen, bzw. deren Varianten feldbusspezifisch.
Bei dem ETHERNET-Controller mit MODBUS/TCP wird bei den nachfolgend beschriebenen Modulen neben den Datenbytes auch immer das Control- /Statusbyte eingeblendet. Dieses dient dem bidirektionalen Datenaustausch der Busklemme mit der ü bergeordneten Steuerung. Das Control-, bzw. Steuerbyte wird von der Steuerung an die Klemme und das Statusbyte von der Klemme an die Steuerung ü bertragen. Somit ist beispielsweise die Anzeige von Bereichsunterschreitung oder Bereichsü berschreitung mö glich.
Beachten
Die Darstellung in dem Prozessabbild sowie den speziellen Aufbau des jeweiligen Control-/Statusbytes entnehmen Sie bitte der dazugehö rigen Busklemmenbeschreibung in dem Kapitel 4 "Busklemmen".
Im Folgenden wird fü r die oben erwähnten Module die Darstellung im Prozessabbild gezeigt.
In den Beispielen ist die entsprechende Busklemme jeweils die erste byteweiseorientierte Klemme, die hinter dem Feldbus-Controller gesteckt ist.
Somit besitzt diese die erste Position im Prozessabbild des Feldbus-Controllers und die Adressierung ihrer Prozessdatenworte beginnt mit der Registeradresse 0x0000.
Befindet sich die Klemme an einer beliebig anderen Position im Feldbusknoten, so sind die Prozessdaten aller vorherigen byteweise-orientierten Klemmen zu berü cksichtigen. Daraus ergibt sich in dem Prozessabbild eine BasisRegisteradresse fü r die Klemme. Fü r die Adressierung ihrer Prozessdatenworte wird zu dieser Basis-Adresse der angegebene Offset hinzuaddiert.
Um die Reihenfolge der Prozessdaten im Prozessabbild zu verdeutlichen, ist hinter die beschriebene Klemme jeweils eine zweite Klemme, eine analoge Einbzw. Ausgangsklemme, gesteckt. Diese stellt sich mit 2 x 16 Bit Einbzw. Ausgangsdaten dar.
Bei dem ETHERNET Feldbus-Controller mit MODBUS/TCP ist das Prozessabbild wortweise organisiert (mit word-alignment). Das Control-/Statusbyte liegt stets im Low-Byte.
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ETHERNET TCP/IP
Feldbus-Controller 750-842 • 61
Aufbau der Prozessdaten fü r MODBUS/TCP
3.2.4.3.1 750-404, /000-00X Zä hlerklemmen
Der Prozessdatenaufbau ist fü r die Zählerklemmen 750-404, 750-404/000-001, 750-404/000-002 und 750–404/000-004 gü ltig.
Artikelnr.:
750-404
750-404/000-001
750-404/000-002
750-404/000-004
Bezeichnung:
V/R Zähler
V Zähler (Freigabe Eingang)
V/R Torzeitzähler
V/R Zähler (Schaltausgang)
Bei dem voreingestellten Datenformat dieser Klemmen erscheinen insgesamt 5 Bytes Nutzdaten im Einund Ausgangsbereich des Prozessabbilds,
4 Datenbytes und ein zusätzliches Steuer-/Statusbyte. Die Klemme liefert dann 32bit Zählerstände. Dabei werden mit word-alignment jeweils 3 Worte im Prozessabbild belegt.
|
Offset |
Bezeichnung der Bytes |
|
Bemerkung |
|
Klemme |
||
|
|
High |
|
Low |
|
|
|
|
|
0 |
|
|
C/S |
|
Steuer-/ Statusbyte |
|
Klemme 1: |
|
|
|
|
|
|
|
750-404, |
|
|
1 |
D1 |
|
D0 |
|
|
||
|
|
|
|
750-404/000-001, |
||||
|
|
|
|
|
|
Datenbytes |
||
|
2 |
D3 |
|
D2 |
|
750-404/000-002, |
||
|
|
|
|
|
|
|
750-404/000-004 |
|
|
3 |
Nutzdaten |
|
Nutzdaten |
|
Datenbytes |
|
Klemme 2: |
|
|
|
|
Analoge Klemme Kanal 1 |
||||
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
4 |
Nutzdaten |
|
Nutzdaten |
|
Datenbytes |
|
Klemme 2: |
|
|
|
|
Analoge Klemme Kanal 2 |
||||
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
... |
... |
... |
... |
... |
|||
Die Eingangsbytes D0 bis D3 bilden den 32 Bit Zählerstand.
In den Ausgangsbytes D0 bis D3 wird der Ladewert des Zählers beim Zählersetzen ü bergeben.
Modulares I/O-System
ETHERNET TCP/IP