62 • Feldbus-Controller 750-841
Prozessabbild
750-631/000-003, -005, -007
Die Varianten der Incremental Encoder Interface Klemme erscheinen mit 4 Bytes im Eingangsbereich des Prozessabbilds. Dabei werden mit wordalignment 2 Worte im Prozessabbild belegt.
Eingangsprozessabbild
Offset |
Bezeichnung der Bytes |
Bemerkung |
||
|
|
|||
High Byte |
Low Byte |
|||
|
|
|||
|
|
|
|
|
0 |
D1 |
D0 |
Zählerwort |
|
|
|
|
|
|
1 |
D3 |
D2 |
Latchwort |
|
|
|
|
|
|
750-634
Die Klemme 750-634 erscheint mit 5 Bytes (in der Betriebsart Periodendauermessung mit 6 Bytes) im Eingangsund mit 3 Bytes im Ausgangsbereich des Prozessabbilds. Dabei werden mit word-alignment jeweils 3 Worte im Prozessabbild belegt.
Eingangsprozessabbild
Offset |
Bezeichnung der Bytes |
Bemerkung |
|
||
High Byte |
Low Byte |
|
|||
|
|
|
|
||
|
|
|
|
|
|
0 |
D0 |
S |
Zählerbyte |
|
Statusbyte |
|
|
|
|
|
|
1 |
(D2)*) |
D1 |
(Periodendauer) |
|
Zählerbyte |
2 |
D4 |
D3 |
Latchwort |
|
|
*) Ist durch das Steuerbyte die Betriebsart Periodendauermessung eingestellt, wird in D2 zusammen mit D3/D4 die Periodendauer als 24 Bit Wert ausgegeben.
Ausgangsprozessabbild
Offset |
Bezeichnung der Bytes |
|
Bemerkung |
||
|
|
|
|||
High Byte |
Low Byte |
|
|||
|
|
|
|
||
|
|
|
|
|
|
0 |
D0 |
C |
Zählersetzbyte |
|
Steuerbyte |
|
|
|
|
|
|
1 |
- |
D1 |
nicht genutzt |
|
Zählersetzbyte |
|
|
|
|
|
|
2 |
- |
- |
|
nicht genutzt |
|
|
|
|
|
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WAGO-I/O-SYSTEM 750 ETHERNET TCP/IP
Feldbus-Controller 750-841 • 63
Prozessabbild
750-637
Die Inkremental Encoder Interface Klemme erscheint mit 6 Bytes Nutzdaten im Einund Ausgangsbereich des Prozessabbilds, 4 Datenbytes und zwei zusätzliche Steuer-/Statusbytes. Dabei werden mit word-alignment jeweils 4 Worte im Prozessabbild belegt.
Einund Ausgangsprozessabbild
Offset |
Bezeichnung der Bytes |
Bemerkung |
||
|
|
|||
High Byte |
Low Byte |
|||
|
|
|||
|
|
|
|
|
0 |
- |
C0/S0 |
Steuer-/Statusbyte von Kanal 1 |
|
|
|
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|
|
1 |
D1 |
D0 |
Datenwerte von Kanal 1 |
|
|
|
|
|
|
2 |
- |
C1/S1 |
Steuer-/Statusbyte von Kanal 2 |
|
|
|
|
|
|
3 |
D1 |
D0 |
Datenwerte von Kanal 2 |
|
|
|
|
|
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750-635
Die Digitale Impuls Schnittstelle erscheint mit insgesamt 4 Datenbytes im Einund Ausgangsbereich des Prozessabbilds, 3 Datenbytes und ein zusätzliches Steruer-/Statusbyte. Dabei werden mit word-alignment jeweils 2 Worte im Prozessabbild belegt.
Einund Ausgangsprozessabbild
Offset |
Bezeichnung der Bytes |
|
Bemerkung |
||
|
|
|
|||
High Byte |
Low Byte |
|
|||
|
|
|
|
||
|
|
|
|
|
|
0 |
D0 |
C0/S0 |
Datenbyte |
|
Steuer-/Statusbyte |
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|
|
|
|
|
1 |
D2 |
D1 |
|
Datenwerte |
|
|
|
|
|
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Systemklemmen mit Diagnose:
750-610, -611
Die Potentialeinspeiseklemmen 750-610 und –611 mit Diagnose liefern zur Überwachung der Versorgung 2 Bits in das Prozesseingangsabbild.
Eingangsprozessabbild
Bit 7 |
Bit 6 |
Bit 5 |
Bit 4 |
Bit 3 |
Bit 2 |
Bit 1 |
Bit 0 |
|
|
|
|
|
|
Diagnose- |
Diagnose- |
|
|
|
|
|
|
bit S 2 |
bit S 1 |
|
|
|
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|
|
Sicherung |
Spannung |
WAGO-I/O-SYSTEM 750 ETHERNET TCP/IP
64 • Feldbus-Controller 750-841
3.1.5 Datenaustausch
Der Austausch der Prozessdaten findet bei dem ETHERNET TCP/IP FeldbusController entweder über das MODBUS/TCP-Protokoll oder über Ethernet IP statt.
MODBUS/TCP arbeitet nach dem Master-/Slave-Prinzip. Der Master ist eine übergeordnete Steuerung, z. B. ein PC oder eine Speicherprogrammierbare Steuerung.
Die ETHERNET TCP/IP Controller des WAGO-I/O-SYSTEM 750 sind in der Regel Slavegeräte. Durch die Programmierung mit IEC 61131-3 können aber auch Controller zusätzlich die Master-Funktion übernehmen.
Der Master fordert die Kommunikation an. Diese Anforderung kann durch die Adressierung an einen bestimmten Knoten gerichtet sein. Die Knoten empfangen die Anforderung und senden, abhängig von der Art der Anforderung, eine Antwort an den Master.
Ein Controller kann eine bestimmte Anzahl gleichzeitiger Verbindungen (Socket-Verbindungen) zu anderen Netzwerkteilnehmern herstellen:
•3 Verbindung für HTTP (HTML-Seiten von dem Controller lesen),
•5 Verbindungen über MODBUS/TCP (Einund Ausgangsdaten vom Controller lesen oder schreiben),
•128 Ethernet IP Verbindungen,
•2 Verbindungen über den PFC (verfügbar in der SPS-Funktionalität für IEC 61131-3 Applikationsprogramme) und
•2 Verbindungen für WAGO-I/O-PRO CAA (diese Verbindungen sind reserviert für das Debuggen des Applikationsprogramms über ETHERNET. WAGO-I/O-PRO CAA benötigt für das Debuggen 2 Verbindungen zur selben Zeit. Es kann jedoch nur ein Programmiertool Zugriff auf den Controller haben).
Die maximale Anzahl der gleichzeitigen Verbindungen kann nicht überschritten werden. Sollen weitere Verbindungen aufgebaut werden, müssen bestehende Verbindungen erst beendet werden.
Für den Austausch von Daten besitzt der ETHERNET TCP/IP FeldbusController im wesentlichen drei Schnittstellen:
•die Schnittstelle zum Feldbus (-Master),
•die SPS-Funktionalität des PFCs (CPU) und
•die Schnittstelle zu den Busklemmen.
WAGO-I/O-SYSTEM 750 ETHERNET TCP/IP
Feldbus-Controller 750-841 • 65
Datenaustausch
Es findet ein Datenaustausch zwischen Feldbus-Master und den Busklemmen, zwischen SPS-Funktionalität des PFCs (CPU) und den Busklemmen und zwischen Feldbus-Master und SPS-Funktionalität des PFCs (CPU) statt. Wird als Feldbus der MODBUS-Master genutzt, greift dieser über die in dem Controller implementierten MODBUS-Funktionen auf Daten zu, ETHERNET IP hingegen verwendet für den Datenzugriff ein Objektmodell.
Der Zugriff des PFCs auf Daten erfolgt mit Hilfe eines IEC 61131-3 Applikationsprogramms.
Die Adressierung der Daten ist dabei jeweils sehr unterschiedlich.
Feldbus-
Master
Programmierbarer Feldbus Controller
Speicherbereich für
Eingangsdaten
Wort 0 |
1 |
Eingangsklemmen
Wort 255
Wort 256
MODBUS
PFC-IN- 3
Variablen
Wort 511
Wort 512
Eingangs- Busklemmen
klemmen 1
Wort 1275 |
|
|
|
Wort 1276 |
|
|
|
Ethernet IP |
|
|
|
PFC-IN- |
1 |
|
|
Variablen |
|
||
IEC 61131- |
|
||
Wort 1531 |
|
||
Programm |
|
||
|
|
||
Speicherbereich für CPU |
|
||
Ausgangsdaten |
|
||
Wort 0 |
12 |
|
|
Ausgangs- |
|
|
|
klemmen |
|
|
|
Wort 255 |
|
|
|
Wort 256 |
|
|
|
MODBUS |
|
|
|
PFC-OUT- |
4 |
|
|
Variablen |
|
|
|
Wort 511 |
I |
O |
|
Wort 512 |
|||
|
|
||
Ausgangs- |
|
|
|
klemmen |
2 |
|
|
Wort 1275 |
|
|
|
Wort 1276 |
|
|
|
Ethernet IP |
|
|
|
PFC-OUT- |
4 |
|
|
Variablen |
|
|
|
Wort 1531 |
|
|
|
Abb. 3-10: Speicherbereiche und Datenaustausch für einen Feldbus-Controller |
g015038d |
Das Prozessabbild des Controllers enthält in dem jeweiligen Speicherbereich Wort 0 ... 255 bzw. Wort 512 ...1275 die physikalischen Daten der Busklemmen.
(1)Von der CPU und von der Feldbusseite können die Eingangsklemmendaten gelesen werden.
(2)Ebenso kann von CPU und Feldbusseite aus auf die Ausgangsklemmen geschrieben werden.
WAGO-I/O-SYSTEM 750 ETHERNET TCP/IP
66 • Feldbus-Controller 750-841
Datenaustausch
In dem jeweils dazwischen liegenden Speicherbereich des Prozessabbildes, Wort 256 ... 511, sind die MODBUS TCP PFC-Variablen abgelegt.
Im Anschluss an die physikalischen Busklemmendaten befindet sich der Speicherbereich, Wort 1276 ... 1531, für die Ethernet IP PFC-Variablen.
Für zuküftige Protokoll-Erweiterungen ist der anschließende Speicherbereich ab Wort 1532 für weitere PFC-Variablen vorgesehen.
(3)Von der Feldbusseite werden die PFC-Eingangsvariablen in den Eingangsspeicherbereich geschrieben und von der CPU zur Verarbeitung eingelesen.
(4)Die von der CPU über das IEC 61131-3-Programm verarbeiteten Variablen werden in den Ausgangsspeicherbereich gelegt und können von dem Master ausgelesen werden.
Zusätzlich sind bei dem ETHERNET TCP/IP Controller alle Ausgangsdaten auf einen Speicherbereich mit dem Adressen-Offset 0x0200 bzw. 0x1000 gespiegelt. Dadurch ist es möglich, durch Hinzuaddieren von 0x0200 bzw. 0x1000 zu der MODBUS-Adresse Ausgangswerte zurückzulesen.
In dem Controller sind darüber hinaus weitere Speicherbereiche vorhanden, auf die teilweise von der Feldbusseite aus jedoch nicht zugegriffen werden kann:
RAM Der RAM-Speicher dient zum Anlegen von Variablen, die nicht zur Kommunikation mit den Schnittstellen sondern für interne Verarbeitungen, wie z. B. die Berechnung von Ergebnissen benötigt werden.
Retain- Der Retain-Speicher ist ein nicht flüchtiger Speicher, d. h. nach Speicher einem Spannungsausfall bleiben alle Werte beibehalten. Die
Speicherverwaltung erfolgt automatisch. In dem 24 kByte großen Speicherbereich (Wort 0 ... 12288) werden Merker für das IEC 61131-3-Programm abgelegt sowie Variablen ohne Speicherbereichs-Adressierung oder Variablen, die explizit mit „var retain“ definiert werden.
Hinweis
Durch die automatische Speicherverwaltung kann es zu Überlagerungen von Daten kommen. Deshalb wird empfohlen, Merker und retain-Variablen nicht gemischt zu betreiben.
Code- In dem Code-Speicher wird das IEC 61131-3-Programm Speicher abgelegt. Der Code-Speicher ist ein Flash-ROM. Nach dem
Einschalten der Versorgungsspannung wird das Programm von dem Flashin den RAM-Speicher übertragen. Nach fehlerfreiem Hochlauf startet der PFC-Zyklus bei oberer Stellung des Betriebsartenschalters oder durch einen Start-Befehl aus WAGO-I/O-PRO CAA.
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